Auf dieser Seite findet man Informationen über Bisholder, die Kapelle und vieles mehr.
Diese Seite möchten wir mit eurer Hilfe füllen, das heißt, wer zusätzliche Infos über unseren Ort hat,
schickt sie uns bitte an
info@fzg-bisholder.de mit dem
Betreff. FZG Ort.
Bisholder in Wikipedia. (Hinweis: Dieser Bericht stammt nicht vom Verein, wir haben keinen Einfluss auf ihn und tragen auch keine Verantwortung für diesen Bericht)
Wussten
Sie schon, dass Bisholder fast 1 000 Jahre alt wird ?
Ja, Bisholder wird nämlich im Jahre 1019 urkundlich von Kaiser Heinrich II.
erwähnt. Der Ort gehörte merkwürdigerweise niemals zum Kurfürstlichen Trier,
sondern zu der Luxemburgischen Grafschaft Chinay. Die Herren von Bassenheim
verwalteten im Namen der Grafen von Chinay den kleinen Ort. Aus den Reihen der
Grafen von Chinay entstammen die Könige von Spanien.
Seinen Gerichtsstand hatte Bisholder - zum Missfallen der Nachbarorte - in
Luxemburg ! Während des Dreißigjährigen Krieges - um 1644 - wurde Bisholder von
den Spaniern besetzt. Daher kommt heute die liebevolle Bezeichnung "Klein
Spanien".
1602 starben alle Bisholderer Bürger bis auf eine Jungfrau aus. 1608 gab es
jedoch schon wieder vier Haushalte, 1702 sind es fünf Familien wie in der
Chronik zu lesen ist.
In Anlehnung der spanischen Besatzung entstand die Bisholderer Fahne in den
Farben gelb und rot, in der Mitte ist in einem runden Feld die Abbildung der
Kapelle zu sehen. Diese ist auch heute noch der Mittelpunkt des Dorfes.
Bisholder war bis nach dem 2. Weltkrieg eine selbstständige Gemeinde bis sie von
Güls als Ortsteil eingemeindet wurde. Im Rahmen der Strukturumwandlung 1972 kam
Bisholder - gemeinsam mit Güls - zur Stadt Koblenz. Die Ortsgrenze von Bisholder
ist die Stadtgrenze zum Landkreis Mayen - Koblenz.
Neben der erwähnten Kapelle St. Antonius - sie gehört seit 1806, also genau 200
Jahre zur Pfarrgemeinde St. Servatius Güls - hat Bisholder ein Gasthaus mit
gutbürgerlicher Küche zu bieten. Ein Winzerbetrieb mit erlesenen und prämierten
Weinen sowie zwei landwirtschaftliche Betriebe sind alteingesessene Unternehmen.
Im einzigen Verein des Ortes, der Freizeitsportgemeinschaft Bisholder e.V. sind
der Großteil der Bewohner Mitglied. Er feiert im nächsten Jahr sein 25-jähriges
Bestehen.
Nachbarschaftshilfe, Geselligkeit und ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl
zeichnen die lebendige Dorfgemeinschaft aus.
Das spüren auch die neuen Dorfbewohner, denn nachdem zwei neue Straßen die
Ortsabrundung in den vergangen Jahren vollendet haben, wurden Neubaugebiete
erschlossen und zügig bebaut. Erfreulicherweise zogen viele junge Familien in
den nun fast 1000-jährigen Ort, denn es leben zur Zeit 71 Kinder in Bisholder (
natürlich auch entsprechend Erwachsene!!!)
Die Einwohner von Bisholder lieben den dörflichen Charakter, die umgebende Natur
und schätzen die Nähe zur Stadt Koblenz.
Thomas Bündgen
Ein lauer, ruhiger Sommerabend – ich habe es mir auf unserem Balkon endlich einmal gemütlich gemacht und komme mal zur Ruhe: Auf dem Dach unserer Nachbarscheune sitzt eine Amsel und singt ihr Abendlied in den wolkenlosen Himmel; vor mir duften die gelben und roten Blumen, eine Kerze auf dem Tisch flackert und ich nippe an meinem Weinglas. Mein Blick wandert über die grünen Flächen rund um unser schönes Dorf Bisholder – über saftigen Wiesen, blühende Gärten, über Felder und Bäume: Hier ist es schön -. schön das wir hier wohnen -. denke ich. Und meine Gedanken wandern – Nein – nicht in nostalgischer Sentimentalität will ich mich verlieren – ich denke über unseren Ort nach – warum es sich lohnt , hier zu leben:
So fällt mir der alljährliche Jahreswechsel ein; einem schönen Brauch ist es zu verdanken, daß man sich in der Sylvesternacht an der Kapelle versammelt und um Mitternacht, wenn Glockengläut das neue Jahr begrüßt wechselt das Amt des „Bisholderer Pastors“ ins Nachbarhaus. Er hält unser kleines Gotteshaus im kommenden Jahr sauber, schmückt es mit Kerzen und Blumen und – wenn ein Lebenslicht erlischt – lädt er zur Totenwache. Sicher käme es gut an, wenn unsere Kapelle an Sonn – und Feiertagen für ein stilles Gebet offen stehen würde (...). Der „neue Pastor“ stellt sich am Dreikönigstag vor und erbittet eine Spende für die Erhaltung der Kapelle – So beteiligt sich jeder Einzelne an einer gemeinsamen Sache.
Ach ja, eine mittlerweile zur Tradition gewordene Aktivität haben unserer Kinder gegründet: An Fastnacht sammeln sie durch Straßensperren Geld – nicht für sich – sondern spenden es einem sozialen Projekt. Ja – unsere Kinder – unsere Zukunft. Um die müssen wir uns in Bisholder hoffentlich keine Sorgen machen denn hier leben etwa 75 Kinder und Jugendliche.
Unsere Kinder marschieren morgens gemeinsam zur Grundschule und treffen sich mittags – ohne komplizierte Verabredungen treffen zu müssen zum Spielen. Zum Spielen in der Natur – fernab vom gefährlichen Durchgangsverkehr. Ob im Dorf, auf der Straße, an der Kapelle, im Graben mit seinem Bächlein und den Lianen oder auf dem Hölzchen – unsere Kinder haben viele Möglichkeiten zum spielen, Freundschaften zu pflegen und Neues zu entdecken, worum viele Altersgenossen sie oft beneiden!
Hier können Kinder Kinder sein – eine unbeschwerte Kindheit so wie wir sie früher hatten ist heute in Bisholder noch möglich. Klar- es gab und gibt mal Streit, aber das braucht man zum Erwachsen werden.
Nicht zu vergessen sind die Sportangebote, die vom einzigsten Verein, der Freizeitsportgemeinschaft Bisholder angeboten werden. Regelmäßig trifft man sich und in allen Altersgruppen wird geturnt.
Ja, der Gemeinschaftssinn in unserem Dörfjen wird nicht nur groß geschrieben sondern auch gelebt: Auf der Straße grüßt man sich gegenseitig, für einen kurzen Plausch über den Gartenzaun ist meistens Zeit, ein paar Frauen treffen sich regelmäßig zum Kaffeekränzchen. Männer spielen Karten und ihre Frauen gehen mit um Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.
Unsere Nachbarschaften funktionieren gut; man nimmt gegenseitig Anteil am Alltagsleben,teilt Freud und Leid miteinander und unterstützt sich wenn jemand in Not geraten ist.
Und feiern – ja das können wir auch. Viele fröhliche Menschentreffen sich zur Straßenkirmes und folgen Einladungen während des ganzen Jahres: Alt und Jung, Alteingesessene, Neubürger und Gäste sitzen zusammen und pflegen Gemeinschaft.
Ach ja – zwei neue Straßen und viele Neubürger sind nach Bisholder gezogen. Sicher finden sie die Nähe zu Koblenz und den dörflichen Charakter im Grünen bei uns schön und lebenswert. Schön wäre es, das sie hier Heimat finden, sich wohl fühlen und sich in die Dorf – und FZG – gemeinschaft aktiv integrieren würden.
Mittlerweile sehe ich viele Lichter in weiter Ferne. Doch so weit ist es gar nicht nach Koblenz. Mit dem Fahrrad und dem Auto ist man schnell in der Stadt. Die kurze Entfernung macht unser Dorf noch ein Stück attraktiver. Regelmäßig pendlen Linienbusse nach Koblenz und zurück.
Die Feste und Bräuche im Jahreskreis werden bei uns mit Leben gefüllt: So reitet St. Martin immer vor hunderten Kindern und Erwachsenen mit Laternen zum Hölzchen um ein großes Feuer dort abbrennen zu sehen.
Unsere Senioren treffen sich regelmäßig im Mai und im Dezember. Sie beenden das Jahr mit einer gemütlichen Weihnachtsfeier im gutbürgerlichen Gasthause des Ortes.
Einige Unternehmen und Geschäftsleute leben in unsererm Dörfjen und bieten Leistungen und Arbeitsplätze an.
Ja – zu allen Jahreszeiten ist unser Dorf schön - ob bei der Kirschen - und Apfelblüte im Frühjahr, wenn um den Ort herum gelbe Rapsfelder blühen; im Sommer wenn reife Fruchtfelder sich im Wind wiegen und bis spät in die Nacht hinein der Mähdrescher die kostbare Ernte aufnimmt; im Herbst wenn die Äpfel und Nüsse reif sind und es nach Kartoffelfeuer riecht. Auch der Winter – teils mit – teils ohne Schnee hat seinen Reiz.
Jedes Jahr in der Adventszeit besucht uns der Schäfer. Die Schafe grasen gemütlich auf den Wiesen und Feldern. Seine Ruhe und der Einklang mit der Natur läßt uns erahnen, das man mit und nicht gegen die Natur arbeiten darf, daß wir froh sind inmitten von Feldern, Wald und Wiesen zu leben und die Zeiten des Jahres bewusst miterleben zu dürfen um so sie unseren Kindern und Kindeskindern zu erhalten.
Klar, es gibt nirgends nur Licht. Auch Schatten gehört dazu: So wie in anderen Orten haben auch wir mit Krankheiten, persönlichen Nöten, mit familiären Problemen und Arbeitslosigkeit zu tun. Davor sind wir trotz der angenehmen Rahmenbedingungen nicht geschützt. Aber – kann ein gutes, intaktes Umfeld nicht gerade dann eine wichtige Stütze sein ?
Mittlerweile ist es still um mich geworden; die Amsel singt nicht mehr, die Kerze ist niedergebrannt und ich spüre, das ich müde geworden bin. Zufrieden und froh gehe ich ins Bett und denke: Es hat gut getan, sich einmal bewusst zu machen, wie schön wir hier auf dem Fleckchen Erde leben und wie gut es uns ( meistens ) in Bisholder geht ( .... )
Immer in der Sylvesternacht, wenn die Glocken das alte Jahr verabschieden und das neue willkommen heißen, wiederholt sich im kleinsten Koblenzer Stadtteil, in Bisholder, eine jahrhundertealte Tadition: Der Schlüssel zur St.-Antonius-Kapelle wird an das Nach-barhaus weitergereicht. Mit dieser Patenschaft sorgt dann die Familie im neuen Jahr dafür, dass die im Jahre 1546 erstmals erwähnte und dem Einsiedler Antonius geweihte Kapelle für gelegentliche Gottesdienste (Eucharsitiefeiern, Taufen und Andachten) geschmückt und hergerichtet wird. Dieses kleine Gotteshaus mit seinem flachen Schiff und gewölbten Chor hat eine lange und bewegte Geschichte: Im 30-jährigen Krieg wurde das Dach beschädigt und unter großen Anstrengungen repariert. Damals waren ein Messgewand, eine Albe und ein Kelch vorhanden.
Überlieferungen zufolge raffte die Pest sämtliche Bewohner von Bisholder dahin. Nur eine junge Frau überlebte. Sie gelobte, wenn sie unversehrt bleiben würde, sorge sie für ein Jahr für die Kapelle. Somit ist dieses Versprechen bis in die heutige Zeit lebendig geblieben.
Die Kapelle wurde damals von der selb-ständigen Gemeinde Bisholder unterhalten;
denn es war einiges an Vermögen da: sieben Weinberge, drei Wertkarten
(vergleichbar mit Anteilen) und zwölf Stück Land, die verpachtet waren.
Bisholder gehörte in alter Zeit merk-würdigerweise zur Pfarrei Lay. Nur bei
Eisgang der Mosel durften Kinder in Güls getauft werden, wie in den Taufbüchern
verzeichnet ist. Die Kinder gingen in Lay zur Schule. Noch 1774 wurden
Bisholderer Leichen unter schwersten Bedingungen in Lay beigesetzt - bei
Hochwasser allerding in Güls. Nachdem 1797 Bisholder von Lay losgerissen und
einige Jahre keiner Pfarrei zugehörig war, wurde die St.-Antonius-Kapelle mit
seinem steinernen Altartisch und hölzernen Empore 1806 zur Pfarrei St. Servatius
nach Güls geschlagen. Sonntags-Gottesdienste gab es in der Kapelle nie,
allerdings Werktags-Gottesdienste. In dem - im Herzen von Bisholder gelegenen -
Gotteshaus werden jetzt jährlich zwei heilige Messen gefeiert. Das hat folgenden
Hintergrund: Da der Gedenktag des hl. Einsiedlers Antonius am 17. Januar ist,
wurde in früherer Zeit die hl. Messe an der Kirmes gefeiert. Anfang des vorigen
Jahrhunderts konnte die Wirtin der einzigen Gastwirtschaft im Dorf die Gemeinde
umstimmen, die Kirchweihe am Gedenktag des heiligen Antonius von Padua, am 13.
Juni, zu feiern; denn im Sommer sei das Wetter besser und der Umsatz größer. So
ist es bis heute geblieben. Deshalb wird an beiden Terminen eine heilige Messe
gefeiert. Außerdem werden Totengedenkfeiern und Totenwachen abgehalten, hin und
wieder auch Taufen gespendet. Die Kapelle wird heute, da nun der Pfarrei Güls
zugehörig, vom Bistum Trier unterhalten. Eine der ersten Aufgaben der jeweils
neuen Patenfamilie ist eine Sammlung für die Erhaltung der Kapelle im ganzen
Dorf . So beteiligen sich die Einwohner an kleinen und größeren Anschaffungen
und erhalten gemeinschaftlich das Kleinod durch ihre Unterstützung.
Thomas Bündgen (Herbst 2004)
Neue Tür an der Antonius Kapelle
Im Frühjahr 2002 wurde die alte Eingangstür von der Kapelle in Bisholder, die dem Hl. Antonius geweiht ist und im Jahre 1546 erstmals erwähnt wurde, gegen eine neue Tür ausgewechselt.
Die alte Tür war in die Jahre gekommen, die Tür selbst war an vielen Stellen in den letzten Jahren schon mehrmals repariert und renoviert worden. Aus dem Türblatt einzelne Brettstücke rausgebrochen, dass Türschloss und die Aufhängung defekt.
Die Bürger von Bisholder kamen in Anbetracht dieser Tatsachen zu dem Entschluss eine neue Tür bei der Schreinerei Hendgen in Güls in Auftrag zugeben.
Die Kosten für die neue Tür wurden von den Bisholder Bürgern übernommen.
In Bisholder wird im Januar eines jeden Jahres eine Haussammlung ausschließlich für die Antonius Kapelle durchgeführt. Die Sammlung erfolgt durch die Familie, die in dem Jahr die Pflegschaft der Kapelle übernommen hat. Die Pflegschaft beginnt mit der Schlüsselübergabe am Neujahrstag.
In Bisholder sagt man scherzhaft auch: „Der ist in diesem Jahr der Pastor.“
Die ehemaligen Sangesbrüdern vom Männergesangverein „Sangeslust Bisholder“ hatten beschlossen, das ihr Sparguthaben für die neue Tür der Antonius Kapelle gespendet wird.
Die Tür wurde von der Fa. Schreinerei Hendgen, Güls gefertigt und eingebaut.
Das Einputzen wurde von Dominique Leclerc, Sohn von Anne Schmidt, durchgeführt.
Die Malerarbeiten übernahm Walter Becker.